Buen Camino

 

 

Das heißt übersetzt „Guter Weg“ und ist eine Begrüßung der Pilger auf dem Jakobsweg. Warum wir das wissen? Denn auch wir, 16 Schülerinnen aus dem P-Seminar Religion/ Geografie, werden gegen Ende der Osterferien für 6 Tage zu Pilgerinnen. Unser praktisches Seminar steht unter dem Thema „Ich bin dann mal weg – auf den Spuren des Camino de Santiago“.  Somit haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den letzten, 130 km langen Teil des Pilgerwegs zu bewältigen.

Ziel unseres Projekts ist einerseits die Organisation der sechstägigen Tour. Dazu zählen die selbstständige Routenplanung, Vorbereitung (z.B. mithilfe eines Probelaufs), das Erstellen einer Packliste und das Suchen von möglichen Sponsoren. Ein weiterer Punkt stellt die religiöse Besinnung dar. Auf dem Camino werden wir ­­- trotz anstrengender Wanderungen -  Zeit haben zur Ruhe zu kommen. Wir wollen  uns auf einfachste Verhältnisse beschränken und diese Zeit auch ohne Handys verbringen.

Um diese Aufgaben zu meistern, haben wir uns schon am Anfang des Schuljahres in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die jeweils einen eigenen Aufgabenbereich übernehmen. Ende Februar machen wir gemeinsam einen Probelauf auf dem Jakobsweg von Göggingen, Augsburg nach Oberschönenfeld. Damit wollen wir uns schon mal auf den richtigen Weg vorbereiten. Letztendlich starten wir dann Ende März in Sarria, Spanien und brechen von dort aus in Richtung Santiago de Compostela auf.

Gegen Ende des Schuljahres werden wir dann unsere gesammelten Erfahrungen sowie unsere Eindrücke der Schule präsentieren. Wir wissen jetzt schon, dass wir auf jeden Fall eine neue und außergewöhnliche Erfahrung machen werden, auf die wir uns schon sehr freuen!

 

P-Seminar Religion/Geografie

 

 

Wir sind dann mal weg...

128 km laufen mit schwerem Rucksack, Übernachten in einfachen Herbergen und kein Handy - wir hätten die Woche auch anders verbringen können. Und trotzdem haben wir, 16 Mädchen des Stetten-Instituts zusammen mit Frau Engelke und Herrn Zscherper, uns genau dafür entschieden und nichts bereut. Denn Pilgern auf dem Jakobsweg ist viel mehr als nur Blasen und Muskelkater. Die tolle Gemeinschaft unserer Gruppe, Begegnungen mit anderen Pilgern, die abwechslungsreiche Landschaft und die Freude über das Ankommen haben diese Reise zu etwas Besonderem gemacht.

Am 31.03.16, Ende der Osterferien, war es so weit. Als wir nach mehreren Stunden Flug in La Coruña landeten und nach einer kurzen Busfahrt unseren Startort Sarria in Spanien erreichten, wurde uns erst richtig klar, dass wir nun wirklich die wochenlang geplante Reise antreten würden.

 

 

Von jetzt an hieß es um 7 Uhr aufstehen, Rucksack in Rekordzeit packen (um vielleicht noch einen Café con leche trinken zu können) und um 8 Uhr die geplante Etappe antreten. Durchschnittlich sind wir dabei 25 km am Tag gelaufen. Mithilfe von zahlreichen Café- und Cola- Cao-Pausen, Sing- und Tanzeinlagen und Keksen haben wir sogar die längste Strecke von 29 km bei strömendem Regen überstanden. Die Herbergen, die wir am Ende jedes Tages erreichten, waren entgegen unseren Erwartungen meistens sauber und gemütlich. Nach dem abendlichen “Duschmarathon” freuten wir uns auf die riesigen Portionen des Pilgermenüs, bei denen wir spanische Spezialitäten wie Paella und Tortilla probieren konnten. Einige Überwindung hat es uns allerdings gekostet das Gericht Pulpo zu essen, das ist Tintenfisch, der in seiner eigenen Tinte gekocht wurde.

 

Bei den abendlichen Impulsen lernten wir uns durch Spiele und Gespräche noch besser kennen und hatten auch am nächsten Tag beim Laufen mit immer anderen Personen der Gruppe Unterhaltungen. Zusätzlich trafen wir Pilger aus verschiedenen Nationen, die wir immer gerne mit einem “Buen Camino” begrüßten. So waren wir nie einsam, konnten uns aber bei Streckenabschnitten, die jede für sich alleine laufen durfte, auch auf uns selbst besinnen.

 

Nach fünf Tagen Pilgern erreichten wir unser Ziel: Santiago de Compostela. Von klatschenden Touristen und Sonnenschein begrüßt kamen wir jubelnd an der Kathedrale an. Nach einem ausgiebigen Abschlussfrühstück bekamen wir am nächsten Vormittag unsere Pilgerurkunden ausgestellt. Danach konnten wir im spanischen Gottesdienst in der Kathedrale unsere Reise mit einer Umarmung der Jakobusstatue abschließen und hatten sogar das Glück zu sehen, wie das große Weihrauchfass durch die gesamte Kirche über alle Köpfe geschwungen wurde.

 

Am Nachmittag flogen wir von Santiago aus über Madrid nach München, wo wir in der Nacht sicher landeten und trotz der schönen Erlebnisse glücklich waren, wieder zu Hause zu sein. Oder vielleicht doch nicht? Einige von uns haben nämlich schon die nächste Etappe des Camino geplant ...

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Sponsoren, die uns bei dem Projekt großzügig unterstützt haben:

 

IHLE(Premium Sponsor)

Erhardt+ Leimer Stadtbergen

Gefahrgut 2000 GmbH

Dachdeckerei Neubauer

Tapir

Sanitär Kratzer

LogSolut AG

Beck und Heun

BSZ GmbH

Elisabeth Viola