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Preiswürdig: Lateinischer Dichter im Fitness-Parcours

Stetten-Institut: Preis für Gymnasiastinnen

Ovid ist seit genau 2000 Jahren tot. Wie kann man Fünftklässlerinnen heute etwas vermitteln von dem berühmten lateinischen Dichter? Für rund 30 Zehntklässlerinnen des Stetten-Instituts war das im vergangenen Schuljahr eine spannende Herausforderung. Die Lateinlehrerin Angela Schmid schlug ihrer Klasse vor, an dem bayernweiten Wettbewerb "Celebremus Ovidium" anlässlich Ovids 2000. Todestages teilzunehmen. So entstand das einmalige Projekt "Fitness-Parcours zu Ovid", eine rund 30-minütige Sport-Latein-Performance.

Im Oktober erreichte die Schule ein Brief, dass das Projekt der Stettenschülerinnen, "Fitness-Parcours zu Ovid" zu den Gewinnern gehöre, im November fuhr eine Abordnung der Schule nach München, um sich den Preis abzuholen.

"Wir haben sechs Stationen aufgebaut, an denen Fünftklässlerinnen sich bewegen mussten, zum Beispiel an der Station "Liegestützen". An jeder Station gab es etwas über Ovid zu erfahren, so haben wir etwa mithilfe eines kleinen Planschbeckens die berühmte Szene aus den Metamorphosen interpretiert, in der Aphrodite dem Narziss den Spiegel vorhält", berichtet Stefanie Arbogast aus der Klasse Q11.  Ziel ihres Parcours sei es gewesen, die tote Sprache Latein mit etwas heutigem, lebendigen zu verbinden, damit jüngere Schüler an einem ungewohnten Ort und unter ganz latein-unüblichen Umständen Ovid erleben könnten, berichtete ihre Mitschülerin Theresa Nowak.

Die Schülerinnen designten Schilder für die einzelnen Stationen, sie betreuten jede der sechs Stationen durch eine Motivatorin und schließlich wurde jeder teilnehmenden Fünftklässlerin auch noch eine Auswertung auf Lateinisch ausgehändigt. Während des rund halbstündigen Ovid-Parcours liefen auch noch zwei als Ovid und seine Dienerin verkleidete Zehntklässlerinnen umher, während sie Ovids Originaltexte in Hexametern deklarierten.

Das gesamte Projekt wurde mitgefilmt und mit diesem 13-minütigen Film nahmen die Stetten-Schülerinnen dann am Wettbewerb teil. Ende November wurde den Schülerinnen dann in München der Preis, ein Geldgeschenk und die Urkunde, überreicht. "Ich freue mich, dass unsere Schülerinnen so erfolgreich waren", sagte die Schulleiterin des Stettens, Barbara Kummer. "Für mich ist es immer eine besondere Freude, zu sehen, wenn Schülerinnen den Funken der Begeisterung aufnehmen und daraus dann etwas ganz neues entsteht. Dass dies auch bei scheinbar trockenen Lerninhalten wie dem akademischen Latein möglich ist, dass zeigen unsere Lehrerinnen und Lehrer immer wieder. Darauf bin ich stolz“, so Kummer.