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Tibetische Mönche am Stetten Institut

Eine ungewöhnliche und faszinierende Kulturerfahrung, welche Schüler und Lehrer nicht nur begeisterte, sondern teilweise auch tief berührt hat,  durften wir hier am Stetten Institut in diesem Schuljahr erleben. Unser Philosophiestudent mit Schwerpunkt Östliche Philosophie und Tibet-Aktivist bei der Tibet Initiative Deutschland, Andreas Bauhof, der liebenswerterweise ehrenamtlich mit viel Engagement, Talent und Einfühlungsvermögen die Vermittlung übernommen hat, berichtet: 

  

Vom 25.-29. September 2017 streuten vier tibetische Mönche am Stetten Institut ein hochkomplexes Sandmandala, bei dessen allmählicher meditativer Anfertigung jeden Tag von morgens bis abends zugesehen werden konnte. Am Samstag, den 30. September wurde das Mandala zum Abschluss des Rituals wieder zerstört und der zusammengefegte Sand "zum Wohle aller Wesen" ins nächstgelegene Gewässer geschüttet.

   Die äußerst konzentrierte Atmosphäre im Meditationsraum der Schule fesselte Klassen und Besucher aller Altersstufen an diese außerhalb Tibets noch kaum bekannte Kulturerfahrung. Und auch der tieferen, spirituellen Ebene und Wirkung des Meditationsbilds konnte sich dabei wohl kaum ein Betrachter ganz entziehen. In der Grundidee des "Avalokiteshvara-Mandalas" (Avalokiteshvara: Buddha des Mitgefühls) liegt die Vermittlung eines Übungsweges, auf dem die eigenen seelischen Hindernisse bzw. "Geistesgifte" mittels der allmählichen Entfaltung einer mit sich selbst und allen Lebewesen verbundenen und mitfühlenden Selbsterfahrung überwunden werden können. Beispielsweise empfiehlt das Ritualbild hierzu sowohl inhaltlich wie auch in der Form seiner äußeren Entstehung eine unbedingte Hingabe an das eigene Tun trotz der unausweichlichen Vergänglichkeit allen Lebens. Wenn wir mit voller Achtsamkeit und liebevoller Selbsthingabe ganz im Augenblick unseres jeweiligen Tuns aufgehen, dabei gleichsam hinter diesem liebevollen Tun zurücktreten und verschwinden, verwirklichen wir nach buddhistischer Auffassung das höchste Potenzial unseres Lebens und können dem Leidensdruck der Sterblichkeit entrinnen.

   Dem karitativen Hintergrund des Projekts wurde durch die zahlreichen und großzügigen Spenden von Besuchern und Förderern in jeder Hinsicht Rechnung getragen, wodurch das spirituelle Potenzial des Rituals zur Verbreitung von Frieden und Liebe sich auch in einer konkreten, sozialpolitischen Ebene ausdrücken konnte. Die Trans Himalayan Targyas Social Services Organization - Leh bedankt sich von Herzen für die große Offenheit, Großzügigkeit und Wärme aller Besucher und Beteiligten mit einem herzlichen Tashi Deleg (Glück und Segen)!