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Couch ohne Coach

Lesung mit der Autorin Heidemarie Brosche in der Bibliothek des Stetten-Instituts

Der 15-jährige Hans-Georg, genannt „Couch“, verbringt seine Zeit am liebsten „gechilled“ auf dem Sofa liegend, Fernbedienung, Smartphone, Essen und Trinken allzeit griffbereit. Auch beim Lernen vermeidet Couch jegliche Anstrengung, was sowohl bei seinen Lehrkräften als auch zu Hause nicht besonders gut ankommt. Als seine Mutter eines Tages beschließt zu streiken, muss Couch von einer Sekunde auf die andere ohne persönlichen Coach und „Kümmerer“ auskommen, was sein bisheriges Leben gründlich auf den Kopf stellt - gerade jetzt, wo er im wahrsten Sinne des Wortes über das bildhübsche Mädchen Yayo stolpert…

Herrlich erfrischend, witzig und spritzig wie Heidemarie Brosche aus ihrem 2013 erschienenen Jugendroman vorträgt und mit einem Augenzwinkern den täglichen Wahnsinn des Familien- und Schulalltags pubertierender Jugendlicher beschreibt! Wie das breite Grinsen auf den Gesichtern der Zuhörer verrät, können sich alle mit dieser amüsanten Geschichte bestens identifizieren -  in ihren Rollen als Schülerinnen und Kinder, als Lehrkräfte und Eltern!

Wie Jugendliche, Eltern und Lehrer „ticken“

Kein Wunder, denn Frau Brosche weiß, wovon sie spricht und schreibt: als Mutter dreier inzwischen erwachsener Söhne und auch als Mittelschullehrerin mit langjähriger Berufserfahrung verarbeitet Sie in ihren Büchern häufig auch Geschichten aus ihrem eigenen Lebensumfeld, wie sie im lockeren   Gespräch mit den Schülerinnen verrät.

Freimütig und ungezwungen gewährt die Autorin den Stetten-Schülerinnen einen Einblick in ihr persönliches Leben als Autorin, Lehrerin und Mutter: wie sie das Schreiben für sich entdeckte, wie ihre Bücher entstehen, was sie inspiriert und auch was ihre Familie von ihrem „Doppelleben“ als Autorin und Lehrerin hält.

Für ein faires Miteinander im Alltag

Bereitwillig stellt sich Frau Brosche den vielen Fragen  der interessierten Siebtklässlerinnen, die Passagen des Buches auch kritisch hinterfragen. Zu Recht wie Frau Brosche erläutert:  vordergründig rassistische Äußerungen der Protagonisten dienen dazu, sie im Laufe der Zeit aufzulösen, um an einen fairen, gewaltfreien Umgang miteinander im Schulalltag zu appellieren und aufzuzeigen, wie Konflikte gemeinsam bewältigt werden können.

Es gibt viel Applaus für diese Lesung im Dialog, die alle Anwesenden begeisterte, weil „die Mischung aus Vortrag und Fragen gepasst hat, eine spannende Familiengeschichte erzählt wurde, und es richtig locker und unterhaltsam war“ wie Alessandra Scholl aus der Klasse 7a zusammenfasst.

 

Birgit Mangold, 13.07.2017