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Stetten-Institut und Liceo Ego Bianchi geben Freundschaftskonzert

 

Wehende Fähnchen grüßen die italienischen Gäste

„Bevor wir beginnen, möchte ich Sie kurz bitten, mit ihren Programmzetteln zu winken“, sagte die Musiklehrerin und Orchesterleiterin Annette Geerkens in der St. Anna Kirche. Die Zuschauer folgen der Bitte verwundert und plötzlich wehen hunderte Fähnchen in den italienischen Farben weiß, rot und grün. „Herzlich Willkommen, liebe Gäste aus Cuneo!“. Eine schöne Idee, 62 Gäste zu Beginn ihres viertägigen Besuchs in Augsburg zu begrüßen!

Dann beginnt ein grandioses Freundschaftskonzert. Orchester und Chor des Stetten-Instituts und das Orchester des musischen Gymnasiums „Ego Bianchi“ aus dem piemontesischen Cuneo bescheren dem Publikum einen wunderbaren Abend voller intensiver Musik. Dabei musizieren die Gruppen sowohl einzeln als auch zusammen und spielen unter anderem Dvoráks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“, Filmmusik, Holsts „Jupiter“ und im bejubelten Finale ein Medley aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ von Webber.  Genau 102 junge Musiker sitzen vor dem Ost-Altar und füllen den Kirchenraum mit leidenschaftlicher Musik.

Erst im März hat die Schulfreundschaft zwischen dem Stetten-Institut und dem Liceo Ego Bianchi mit einem Besuch der Augsburger in Italien begonnen, angeregt durch die Lehrerin am Stetten, Ilona Sieg. In Cuneo hatten sich so schnell Freundschaften entwickelt, dass einige Augsburger Schülerinnen ihre Gastfamilien auch privat in den Sommerferien besuchten. Untergebracht sind die  62 Schüler und vier Lehrer in den Familien der Stetten-Schülerinnen.

„Musik ist eine Sprache, die jeder Mensch spricht!

„Ich glaube, dieser Austausch ist eine Erfahrung, an die sich die Schülerinnen lebenslang erinnern werden. Das gemeinsame Musizieren sorgt für die einzigartige Erfahrung, dass es Gemeinsamkeit zwischen Menschen geben kann, die nicht die gleiche Sprache sprechen“, berichtet die Musiklehrerin Annette Geerkens. Ihr italienischer Kollege Fabrizio Raspo sagte: „Wir fühlen uns hier so freundlich aufgenommen, das ist eine wunderbare Erfahrung. Das wichtigste für mich ist die Gemeinschaft der Schüler aus beiden Ländern, die konnten schon eine richtige Beziehung entwickeln“.  Er  hoffe  sehr, dass diese Beziehung weiter fort bestehen werde. „Für unsere Schüler ist es wichtig, eine andere Sprache kennenzulernen – anders als hier in Deutschland haben wir in Italien nicht so intensiven Sprachenunterricht“, so Raspo. Die Zwölftklässlerin Elisabeth Tesfu vom Stetten-Institut findet den Austausch „ein sehr schönes Projekt“. Der Klang von Dvoráks Sinfonie sei mit den 62 italienischen Musikern „total anders und viel besser“. Die Italiener haben nämlich viele Blechinstrumente mitgebracht, im Stetten gibt es viele Streicherinnen, das ergänzte sich sehr gut. Elisabeths Gast aus Cuneo heißt Giulia – gemeinsam habe man zu Hause nicht nur gegessen, geschlafen und sich unterhalten, sondern auch Geige geübt. Musik ist eben eine Sprache, die jeder Mensch spricht.

(Angelika Lonnemann)