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Wenn Nano-Autos Wettrennen fahren ...

Drei Stetten-Schülerinnen gewinnen Preis für Spiel-Entwicklung, das Nanotechnologie erklärt

Drei Gymnasiastinnen des Stetten-Instituts haben den Preis "Kleingruppe" des Schulwettbewerbs Nanotechnologie, der vom Nanonetz Bayern e.V. ausgeschrieben wird, gewonnen. Die Elftklässlerinnen Jana Sommerrock, Samira Müller und Merle Engelmann hatten mit einem selbst entwickelten und gebauten Brettspiel teilgenommen, das dem NanoCar Race in Frankreich nachempfunden war. Ziel war es, die komplexen und unvorstellbar kleinen Vorgänge der Nanotechnologie für jeden verständlich darzustellen. Das gesamte Projekt haben die drei Schülerinnen in ihrer Freizeit durchgeführt, ihr Chemielehrer Benjamin Bischoff hat sie dabei unterstützend begleitet.

So klein wie ein Fußball im Vergleich zur Weltkugel ist, so winzig ist ein Nanoteilchen im Verhältnis zu einem Fußball: Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter - mathematisch ausgedrückt also 10 hoch minus 9 Meter. Wissenschaftler haben sogenannte Nano-Autos entwickelt, also Moleküle, die sich bewegen lassen. Bei einem spektakulären Wettrennen sollten im April dieses Jahres in Frankreich sechs Nano-Cars die Strecke von 100 Nanometern überwinden. Dafür wurden sie mit Elektronen beschossen und hatten 36 Stunden Zeit. Die Rennbahn befand sich in einem besonderen Labor, wo die Nano-Cars auf einer polierten Goldplatte im Vakuum starteten, gekühlt auf wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt.

Die Augsburger Schülerin Samira Müller hatte schon im vergangenen Jahr am Nanowettbewerb teilgenommen und einen Preis bekommen. Sie ist fasziniert von den Vorgängen und Phänomenen der Nanotechnologie. In diesem Jahr fragte sie ihre Freundinnen, ob sie nicht gemeinsam teilnehmen wollten. Das Ergebnis ist ein Brettspiel, das die Vorgänge des echten Nano-Car-Race nachempfindet und erklärt. Aus Fimo geformte Autos müssen mit Elektronen-Plättchen aufgeladen werden und dann werden sie Feld für Feld weitergeschoben. Die wissenschaftlichen Fakten wurden auf Ereignisfeldern untergebracht, wo die Autos gebremst oder beschleunigt werden, so etwa auf Feld 27 "Leck im Vakuum": "Du kommst erst weiter, wenn das Leck im Vakuum repariert worden ist".

Jana Sommerrock findet die Nanotechnologie "generell sehr spannend. Die Teilchen sind ja so klein, dass man sich das eigentlich gar nicht vorstellen kann". Die Entwicklung des Brettspiels sei eine tolle Verknüpfung von Kreativität und Naturwissenschaft gewesen. Sie hat mit einem Brenneisen das Holzbrett gestaltet - 64 Spielfelder, die aus hunderten einzelner Brennpunkten bestehen. Merle Engelmann hat die Spielanleitung gestaltet und die Spielfiguren gezeichnet und geformt. „Mir hat es gefallen, gemeinsam mit meinen Freundinnen kreativ arbeiten zu können“, so Merle.

Lehrer Benjamin Bischoff war beeindruckt, wie viel Arbeit die drei Schülerinnen in das Projekt gesteckt haben. "Es ist toll, wie fachlich präzise sie die komplizierten Nano-Vorgänge in ein Brettspiel umgewandelt haben, das auch jüngere Schüler spielen können". Seine Kollegin aus der Schulleitung, Silke Stöcker, findet den Preis für die drei Schülerinnen großartig: "Naturwissenschaft ist eben unbedingt auch eine weibliche Wissenschaft, das wollen wir am Stetten-Institut auch weiterhin fördern".