P-Seminar Mosel-Camino

Wir sind dann mal unterwegs in Deutschland ...


Denkt man an den Jakobsweg, kommt einem wahrscheinlich zuerst einmal Spanien in den Sinn. Wer
hätte bei der Wahl unseres P-Seminars auch ahnen können, dass eine Pandemie auf uns zurollt?
Da Corona nun plötzlich «in» und Spanien somit «out» war, verschlug es uns in die wunderschöne
Moselgegend.

Am 14.09.2021 ging es endlich los und der Miehle-Bus fuhr uns nach Koblenz, von wo aus wir am nächsten Morgen unseren Jakobsweg starteten. Am ersten Tag bewältigten wir dann mit schwer gepackten Rucksäcken und leuchtgelben bzw. blauen T-Shirts (in Stettenfarben ) die erste Etappe. Schon am ersten Abend waren wir erschöpft, die Füße schmerzten und manch eine dachte sich, wie man doch nur die nächsten Tage noch bewältigen solle. Aber da wir ja wussten, auf was wir uns da zusammen mit Frau Imminger und Herrn Zscherper eingelassen hatten, setzten wir unsere Wanderung am nächsten Morgen hochmotiviert und fast wieder schmerzfrei fort.

Der Weg führte uns - immer von der Jakobsmuschel geleitet - durch kleine Dörfer, in denen die Cafés immer dann, wenn wir gerade ankamen, geschlossen waren, durch Wälder, vorbei an Kühen oder mitten durch eine Schafherde und Weinberge, von Etappenziel zu Etappenziel.
In den darauffolgenden Tagen ging es nicht nur mit den Höhenmetern bergauf und bergab, sondern auch mit unserer Stimmung, unseren Kräften und unserer Motivation. Gemeinsam schafften wir es jedoch, uns immer wieder voranzutreiben, und einige atemberaubende Aussichtspunkte entschädigten uns.

Dass die Handys zu Hause gelassen wurden, war eine sehr schöne Erfahrung, da wir uns so viel miteinander unterhielten wie noch nie. So wuchs unsere Gruppe zu einem Team zusammen, das nach sechs Tagen und 130 Kilometer endlich die Basilika St. Matthias in Trier am Horizont erblickte, in der die Gebeine des Apostels begraben liegen sollen. Es gilt als das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden und nördlich der Alpen.

Auf unsere Lehrer war in jeder Situation Verlass, denn sie hatten stets für alle unsere Wehwehchen, Klagen und Probleme ein offenes Ohr. Wenn Herr Zscherper nicht gerade Google Maps nachlief und wir uns im tiefen Dschungel wiederfanden, und bei uns dann wegen der Hirschlausfliege die Paranoia ausbrach, brachte er uns mit seinen spontanen Unterrichtseinheiten zum Lachen. Alternativ versuchte es Frau Imminger mit dem Auffrischen unseres Religionsgrundwissens oder uns mit einer kleinen Andacht, den religiösen Gedanken des Jakobswegs näherzubringen.

Fazit der Woche:
Deutschland hat wunderschöne Ecken zu bieten. Man muss nicht immer ins Ausland reisen. Unsere selbstorganisierte Reise lief wie am Schnürchen und entpuppte sich als voller Erfolg. Sie wird uns allen in guter Erinnerung bleiben.

Selina Hackl und Antonia Wittreck im Namen des P-Seminars «Mosel-Camino» 2020-22